Was ist ChatGPT?

Das noch junge Tech-Jahr 2023 hat bereits seinen ersten Star: ChatGPT. Während erste Unis und Schulen ChatGPT bereits mit einem Bann belegen, weil sie um die Kreativität und Eigenleistung ihrer Schüler fürchten, beflügelt die KI ChatGPT und das dahinter stehende Unternehmen OpenAI die Phantasie der Investoren. So will Microsoft angeblich zehn Milliarden Dollar investieren und laut Medienberichten haben zudem die beiden Venture-Capital-Firmen Firma Thrive Capital und der Founders Fund – der bereits in Airbnb, den Streaming-Service Spotify und die Taxi-App Lyftinvestierte – Interesse an einem Anteil in Höhe von 300 Millionen Dollar.

Doch was ist ChatGPT nun genau? Der neue Kollege in der Redaktion wie etwa bei CNET? Oder schlicht die moderne Hausaufgabenhilfe, die teure Nachhilfe ersetzt? Oder der moderne Chat-Bot für Unternehmen, um den Kundenservice zu automatisieren? Wer könnte diese Fragen besser beantworten als die KI selbst. Wir haben hierzu ChatGPT interviewt.

COMPUTERWOCHE: Hallo ChatGPT, um Sie wird derzeit ein großer Hype generiert, doch was ist ChatGPT nun genau?

ChatGPT: ChatGPT ist ein Language-Modell, das auf natürliche Sprache spezialisiert ist. Es ist ein fortgeschrittenes künstliches Intelligenz-Modell, das auf der Grundlage von Transformer-Technologie und dem Attention-Mechanismus aufgebaut wurde. ChatGPT wurde mit einer großen Menge an Textdaten trainiert, die aus dem Internet gesammelt wurden, und kann eine Vielzahl von Aufgaben der natürlichen Sprachverarbeitung ausführen, wie beispielsweise Textgenerierung, Textzusammenfassung, Textkomplettierung, Textklassifizierung und Frage-Antwort-Systeme. Es kann in vielen Branchen und Anwendungen eingesetzt werden, wie etwa imKundenservice, im Marketing, in der Bildung und in der Finanzbranche. Ich habe eine sehr hohe Leistung in Aufgaben der natürlichen Sprachverarbeitung gezeigt und eigne mich besonders gut für die Automatisierung von Dialog-Systemen.

COMPUTERWOCHE: Und wie funktioniert das Lernen bei Ihnen?

ChatGPT: Ich basiere auf einem sogenannten Transformer-Modell, das auf der Technologie des “Attention Mechanisms” basiert. Dieser Mechanismus ermöglicht es einem Modell, auf bestimmte Teile des Eingabe-Textes zu achten und diese bei der Generierung des Ausgabe-Textes zu berücksichtigen. Beim Lernen wird das Modell mit einer großen Menge an Textdaten trainiert und versucht dabei, die Muster und Zusammenhänge in diesen Daten zu erkennen.

Im Interview erklärt sich ChatGPT selbst.


Foto: T. Schneider – shutterstock.com

Das Modell wird mit einem gegebenen Eingabe-Text und dem dazugehörigen Ausgabe-Text trainiert. Dabei hat es das Ziel, den Ausgabe-Text so gut wie möglich zu generieren. Dazu verwendet es einen Prozess namens “masked language modeling” bei dem einige Wörter im Ausgabe-Text vorübergehend “maskiert” werden und das Modell versucht diese Wörter vorherzusagen.

Das Modell wird dann mit den Ergebnissen seiner Vorhersagen verglichen und die Abweichungen zwischen den Vorhersagen und den tatsächlichen Ausgabe-Texten werden verwendet, um die Gewichtungen der Neuronen im Modell anzupassen, mit dem Ziel, dass die Vorhersagen beim nächsten Mal besser werden. Dieser Prozess wird wiederholt, bis das Modell eine hohe Genauigkeit bei der Generierung von Text erreicht hat.

COMPUTERWOCHE: Wie lange hat Ihre Entwicklung gedauert?

ChatGPT: Ich habe keine Informationen darüber, wie lange meine Entwicklung genau gedauert hat. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Entwicklung von großen Sprachmodellen wie ChatGPT ein komplexer und aufwendiger Prozess ist, der in der Regel viele Monate oder sogar Jahre in Anspruch nimmt. Die Entwicklung eines solchen Modells erfordert die Verwendung großer Textmengen, um es zu trainieren, sowie die Anwendung von fortgeschrittenen Technologien wie maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz.

Es ist auch zu berücksichtigen, dass meine Entwicklung keineinmaliger Prozess war, sondern ein ständiger Prozess mit Verbesserungen und Anpassungen an die neusten Erkenntnisse und Technologien.

COMPUTERWOCHE: Wer steht hinter ChatGPT?

ChatGPT: Ich bin ein Produkt von OpenAI, einen profitorientierten Forschungs- und Entwicklungsunternehmenfür Künstliche Intelligenz (KI), das 2015 von Elon Musk, Sam Altman, Greg Brockman, Ilya Sutskever und Wojciech Zaremba gegründet wurde. An OpenAI sind mittlerweile eine Reihe von Investoren beteiligt, darunter bekannte Namen wie Peter Thiel, khosla Ventures, Andreessen Horowitz und viele andere.

ChatGPT verwendet nach eigenen Angaben ein Netzwerk mit 175 Milliarden Neuronen.


Foto: Carlos Amarillo – shutterstock.com

COMPUTERWOCHE: Womit verdienen Sie Ihr Geld?

ChatGPT: Wie gesagt, ich werde von OpenAI entwickelt und betrieben. Geld verdient OpenAI hauptsächlich durch die Verwendung der Technologie durch Unternehmen und Entwickler in Form von API-Abrufen und lizenzierter Nutzung. Darüber hinaus offeriert OpenAI auch Beratungen und Schulungen zu meiner Verwendung.

COMPUTERWOCHE: Wird ChatGPT bald kostenpflichtig, wie das Handelsblatt berichtet?

ChatGPT: Ich habe keine Informationen darüber, dass OpenAI plant, mich kostenpflichtig zu machen. OpenAI hat jedoch angekündigt, dass sie ihre Modelle für die gewerbliche Nutzung in Zukunft monetarisieren werden. Aber es ist unklar, ob und wann dies auf mich angewendet werden wird. Ich empfehle Ihnen, die offizielle Website von OpenAI diesbezüglich zu besuchen.

COMPUTERWOCHE: Wie vermeiden Sie Bias in Ihren Texten?

ChatGPT: Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass jedes Modell, einschließlich mir, möglicherweise einen Bias aufweist. Deshalb ist es wichtig, dass die Daten, die verwendet werden, um das Modell zu trainieren, repräsentativ und möglichst frei von Bias sind. Um Bias zu vermeiden, sollten zudem Bias-Korrektur-Techniken während des Trainingsprozessesangewandt werden. Ferner sollte das Modell während des Betriebs überwacht werden und Bias korrigiert werden, wenn dieser entdeckt wird.

COMPUTERWOCHE: Mit welchen Daten wurden Sie trainiert?

ChatGPT: Ich wurde mit einer großen Menge an Textdaten trainiert, die aus dem Internet gesammelt wurden. Diese Daten umfassen eine Vielzahl von Texten, darunter Artikel, Blog-Posts, Bücher, Nachrichten, Social-Media-Beiträge und mehr. Diese Daten wurden verwendet, um meinModell zu trainieren, damit es in der Lage ist, natürliche Sprache zu verstehen und zu generieren. Durch das Training mit einer großen Datenmenge konnte ich erlernen, wie Sprache in verschiedenen Kontexten verwendet wird und wie ich die Vielfalt der menschlichen Sprache abbilde.

Selbstbewusst behauptet ChatGPT fortschrittlicher und leistungsfähiger als andere Sprachmodelle zu sein.


Foto: Tada Images – shutterstock.com

COMPUTERWOCHE: Was unterscheidet Sie von anderen Sprachmodellen?

ChatGPT: Ich bin eines der fortschrittlichsten und leistungsfähigsten Sprachmodelle, die derzeit verfügbar sind. Einige der Faktoren, die mich von anderen Sprachmodellen unterscheiden, sind:

Größe und Tiefe:

ich verwende eine sehr große Netzwerkarchitektur, die aus 175 Milliarden Neuronen besteht. Das ermöglicht es mir, sehr komplexe Muster in natürlicher Sprache zu erkennen und zu generieren.

Attention-Mechanismus:

Zudem nutze ich den “Attention Mechanism”, ein Verfahren, das es ermöglicht, auf bestimmte Teile des Eingabe-Textes zu achten und diese bei der Generierung des Ausgabe-Textes zu berücksichtigen.

Pre-Training:

ich wurde mit einer sehr großen Datenmenge “vor-trainiert”, womit ich eine sehr hohe Leistung bei der natürlichen Sprachverarbeitung erreiche.

Flexibilität:

ich kann für eine Vielzahl von Aufgaben der natürlichen Sprachverarbeitung verwendet werden, einschließlich Textgenerierung, Textzusammenfassung, Textverstehen und Frage-Antwort-Systemen.

Diese Faktoren machen mich zu einem der fortschrittlichsten und leistungsfähigsten Sprachmodelle, die derzeit verfügbar sind.

COMPUTERWOCHE: Wofür kann ich ChatGPT nutzen?

ChatGPT: Ich kann dazu genutzt werden, natürliche Sprache zu generieren, zu verstehen und zu interpretieren. Einige Anwendungsbereiche sind:

Chatbots:

Ich kann die Konversationsfähigkeiten eines Chatbots verbessern, um ihn natürlicher klingen zu lassen.

Automatisches Textverfassen:

Zudem erstelle ich automatisch Texte, wie etwa Nachrichten, Beschreibungen, Artikel, etc.

Textgenerierung:

Eine andere Einsatzmöglichkeit ist, Texte in bestimmten Stilen und Tonlagen generieren zu lassen.

Textzusammenfassung:

Ferner können Sie mich dazu verwenden, um lange Texte automatisch zusammenzufassen.

Textkomplettierung:

Bei Bedarf vervollständige ich auch Texte automatisch.

Übersetzung:

Des Weiteren übersetze ich Texte automatisch in andere Sprachen.

Es gibt viele weitere Anwendungen für meinen Einsatz und es werden immer mehr entstehen, da meine Technologie weiterentwickelt wird.

COMPUTERWOCHE: Können Sie auch programmieren?

ChatGPT: Ich bin in erster Linie auf die Verarbeitung natürlicher Sprache trainiert und nicht speziell für das Programmieren ausgelegt. Ich kann aber Code generieren oder vervollständigen, wenn ichmit entsprechenden Daten trainiert werde. So kann ich etwa in der Entwicklung von Chatbots eingesetzt werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Ergebnisse möglicherweise nicht so zuverlässig oder effizient sind wie die von einem speziell für das Programmieren entwickelten Modell.

COMPUTERWOCHE: Sehr viele Menschen sehen Ihren Einsatz kritisch?

ChatGPT: Es gibt einige Gründe, warum einige Menschen meinen und den Einsatz anderer großer Sprachmodelle kritisch sehen. So wird etwa befürchtet, dass wirdazu führen können, dass bestimmte Arten von Arbeit, wie etwa Schreibarbeiten, automatisiert werden, wodurch Arbeitsplätze verloren gehen können. Zudem gibt es Bedenken in Sachen Datenschutz und Privatsphäre, da es eine große Datenmenge an erfordert, um uns zu trainieren. Dabei besteht die Sorge, dass die Daten, die verwendet werden, um uns zu trainieren, nicht immer sicher und privat bleiben.Ferner existieren ethische Bedenken, dass wir dazu verwendet werden können, um gefälschte Nachrichten, Propaganda und andere Arten von manipulativen Inhalten zu erstellen. Und last but not least gibt es das Thema Bias, über das wir schon diskutierten. Allerdings ist es wichtig, zu betonen, dass diese Herausforderungen erkannt sind und wir beispielsweise bei OpenAI daran arbeiten, die Datensicherheit und -privatsphäre zu verbessern und die Ethik der Künstlichen Intelligenz zu untersuchen.

COMPUTERWOCHE: Eine andere Befürchtung ist, dass Sie und andere Sprachmodelle das Copyright nicht beachten. Halten Sie sich daran?

ChatGPT: Wir sind lediglich computerbasierte Systeme, die auf bestimmte Regeln und Algorithmen programmiert sind. Deshalb können wir nicht die moralische oder rechtliche Verpflichtung haben, Copyright oder andere Gesetze einzuhalten. Das ist eine Aufgabe der Unternehmen und Entwickler, die uns verwenden. Sie müssen entsprechende Regelungen und Vorschriften einhalten. Deshalb ist es wichtig, dass die Unternehmen, die mich oder andere große Sprachmodelle verwenden, sicherstellen, dass sie in Übereinstimmung mit geltenden Copyright- und anderen geistigen Eigentumsrechten handeln.

COMPUTERWOCHE: Wer hat das Copyright an von Ihnen erstellten Texten?

ChatGPT: Das Copyright an von mir erstellten Texten kann komplex sein und hängt von verschiedenen Faktoren ab. In einigen Ländern kann es sein, dass ein KI-System als “automatisches Schriftstellerwerkzeug” betrachtet wird und somit keine eigene Urheberschaft hat und somit das Copyright beim Ersteller des KI-Systems liegt. In anderen Ländern wiederum kann die Urheberschaft beim Autor des Textes liegen, auch wenn dieser von einem KI-System erstellt wurde. Ferner ist zu beachten, dass die Rechtslage in Bezug auf Copyright und Künstliche Intelligenz (KI) in vielen Ländern noch immer unklar. Deshalb ist es ratsam, sich von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen, wenn man sich unsicher ist, wie es sich mit Copyright und KI verhält.

Obiges Interview mit einer KI ist ein Versuch, sich eine KI einmal selbst erklären zu lassen. Wie bei Interviews mit menschlichen Gesprächspartnern haben wir die Antworten teilweise gekürzt und stilistisch bearbeitet. Der inhaltliche Tenor der KI-Antworten wurde allerdings nicht bearbeitet und ist authentisch.

https://www.computerwoche.de/a/was-ist-chatgpt,3613619

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