Keine Zeit fürs Zögern

Jedes dritte Unternehmen plant, seine IT-Infrastruktur umfassend zu erneuern. Diese Zahl haben die Analysten von IDC im Rahmen einer Studie zum Thema „Cloud Computing“ ermittelt. Der Grund: Die Fachabteilungen verlangen nach mehr Flexibilität und höherer Agilität. Das sind zwar keine neuen Anforderungen, ihre Dringlichkeit nimmt aber zu. Das gilt auch für eine höhere Automatisierung und Orchestrierung der IT, um Prozesse zu vereinfachen und wertvolle IT-Ressourcen nicht an lästige Routineaufgaben zu binden.

Diese Anforderungen lassen sich allerdings mit bestehenden Infrastrukturen in der Regel nur mit großem Aufwand und damit hohen Kosten bewältigen. Einerseits fällt es Unternehmen beim traditionellen Investitionsmodell, bei dem alle drei bis fünf Jahre Hard- und Software ausgetauscht werden, schwer, realistische Prognosen über die IT-Auslastung zu treffen. Andererseits bremsen Legacy-Systeme, auf denen geschäftskritische Anwendungen laufen, den digitalen Wandel aus: Veraltete, nicht mehr unterstützte Technologien und monolithische Architekturen treiben die Kosten für Betrieb und Wartung in die Höhe. Zudem stellen sie ein steigendes Sicherheitsrisiko dar. Auch Produkt- und Service-Innovationen mit einer immer kürzeren Time-to-Market lassen sich nicht in der erforderlichen Zeit und Qualität umsetzen.

Die Antwort lautet „As a Service“

So verwundert es nicht, dass laut IDC bis zum Jahr 2024 mehr als 75 Prozent der Infrastruktur und Anwendungen sowie mehr als 50 Prozent der Rechenzentrumsinfrastruktur „As a Service“ in Anspruch genommen werden. Dieses Bezugs- und Abrechnungsmodell bietet den Unternehmen handfeste Vorteile: Da die physischen Ressourcen vom IT-Partner bereitgestellt werden, fallen Vorabinvestitionen für die Anschaffung von Hard- und Software weg. Abgerechnet werden verbrauchsabhängige Betriebskosten – bezahlt wird nur für das, was tatsächlich in Anspruch genommen wird. Auch Wartungen, Aktualisierungen, Problembehebungen oder der Ersatz veralteter Hardware belasten die Unternehmen nicht länger. Darüber hinaus können sie mithilfe von Everything-as-a-Service-Konzepten (XaaS) schnell auf neue Technologien zugreifen – die Skalierung der Infrastruktur erfolgt dabei mehr oder weniger automatisch.

Zwar ist der Gedanke dahinter nicht neu, doch moderne Lösungen von Anbietern wie Dell Technologies umfassen inzwischen den kompletten IT-Stack von Storage-, Server- und Networking-Systemen über hyperkonvergente Infrastrukturen bis hin zu PCs. Die Ressourcen werden dabei vor Ort entweder im eigenen Rechenzentrum, an einem Edge-Standort oder bei einem Colocation-Anbieter installiert und beziehen Cloud-Funktionalitäten ein. Mit wenigen Klicks können Unternehmen die Ausführung von Workloads anstoßen, ihre IT-Umgebungen verwalten, ihre Kosten in Echtzeit überwachen und benötigte Ressourcen hinzufügen. Gleichzeitig sind sie in der Lage, durch vorausschauende Analysen ihre Systeme flexibel an neue Geschäftsanforderungen anzupassen, und minimieren dank umfassender Einblicke das Risiko von Sicherheitsvorfällen und Compliance-Verstößen.

Edge und KI sind Paradebeispiele

Klassisches Einsatzszenario für As-a-Service-Angebote sind nach wie vor saisonal bedingte Lastspitzen, wie sie etwa im E-Commerce oder bei Versicherungsunternehmen Standard sind. Für Webshops läuft ab Ende Oktober das Jahresendgeschäft. Zusätzlicher Traffic auf den Webseiten wird durch vertriebliche Rabatt- oder Gutscheinaktionen generiert. In diesen Zeiten sind die IT-Systeme besonderen Belastungen ausgesetzt. Nicht anders sieht es bei Versicherungen aus, wenn Lastspitzen bei der Neueinstufung und dem Wechsel von Kfz-Policen abgefedert werden müssen. Bei einem herkömmlichen Kaufmodell müssten die Unternehmen für diese Spitzenzeiten IT-Ressourcen vorhalten, die den Rest des Jahres weitgehend ungenutzt bleiben.

Die Vorteile von XaaS kommen aber längst auch bei anderen Anwendungsfällen zum Tragen: Edge Computing und Künstliche Intelligenz sind zwei Beispiele. In der Digitalen Transformation sind Echtzeitprozesse, geringe Latenz, umfassende Automatisierung von Prozessen sowie eine nahtlose Bereitstellung und Verarbeitung der Daten grundlegende Anforderungen. Hier leistet Edge Computing einen immer wichtigeren Beitrag. Die Workloads am Rande des klassischen Netzwerks sind allerdings höchst unterschiedlich und stellen ihre ganz eigenen Anforderungen an die IT. Deshalb nutzen Unternehmen aktuell meist mehrere Plattformen parallel, wobei dieser Wildwuchs jedoch schwer zu verwalten ist und ein effizientes Datenmanagement verhindert. Mit einem As-a-Service-Ansatz platzieren Unternehmen eine hochmoderne Infrastruktur dort, wo sie den größten Nutzen daraus ziehen, und zahlen gleichzeitig nur für die Ressourcen, die sie benötigen.

Nicht anders sieht es bei Künstlicher Intelligenz, Machine Learning und Deep Learning aus: Diese Anwendungen benötigen einen leistungsstarken IT-Unterbau, der sich in der Cloud und im eigenen Datacenter nutzen lässt. Die Realisierung von KI-Projekten wird mit einem As-a-Service-Modell selbst bei nicht so üppig ausfallenden Budgets einfacher – die entsprechende Hardware-Basis wird zeitlich flexibel und ohne große Anfangsinvestition nach Bedarf als Service dazu gebucht.

Unternehmen sollten besser heute als morgen ihre Technologie, IT-Architektur und Prozesse umfassend optimieren, denn nur so stellen sie sich für die Zukunft auf. Das bedeutet auch, dass CIOs Beschaffungs- und Entwicklungsprozesse etablieren müssen, die sich an ergebnisorientierten Modellen zur Technikbereitstellung ausrichten. Eine solche As-a-Service-Strategie ermöglicht ihnen eine maximale Flexibilität bei der Entwicklung neuer Produkte und der Schaffung neuer Kapazitäten, die sie für den Innovationsprozess ihres Unternehmens brauchen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

https://www.it-zoom.de/it-director/e/keine-zeit-fuers-zoegern-30107/

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