Arbeitszufriedenheitsstudie 2022: Fast jeder Zweite fühlt sich unterfordert

Während einige Studien sagen, dass sich Mitarbeiter seit der Pandemie überfordert fühlen, kommt nun eine aktuelle Untersuchung zum Schluss, dass auch die Zahl der Unterforderten recht hoch ist.

Corona, Krieg und Klimawandel – Beschäftigte in Deutschland sehen sich im Jahr 2022 mit einigen Krisen konfrontiert. Doch wie sind deren Auswirkungen auf die Arbeitszufriedenheit? Das hat der Personaldienstleister Avantgarde Experts gemeinsam mit YouGov in der Arbeitszufriedenheits-Studie 2022 untersucht. Die Arbeitszufriedenheit beeinflusst wie kaum ein anderer Faktor die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Die Ergebnisse der Studie mit über 1.000 erwerbstätigen und nicht-selbstständig arbeitenden Personen, die bevölkerungsrepräsentativ nach Alter (ab 18 Jahren), Geschlecht und Region sondiert wurden, zeigt klare und überraschende Tendenzen.

Ein Grund, weshalb relativ wenig Leute auf dem Sprung sind, dürfte die veränderte Prioritätensetzung in Krisenzeiten sein: 59 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen “wichtig” bis “sehr wichtig” ist, ihren Job gesichert und auf längere Sicht ausüben zu können. Philipp Riedel, Avantgarde-CEO, sagt dazu: “Dass jeder Fünfte einen Jobwechsel in Betracht zieht, zeigt, wie viele Jobs fehlbesetzt sind. Sicherheit ist wichtig, aktuell wohl wichtiger denn je.” Trotzdem müssten die richtigen Fachkräfte zu den richtigen Positionen finden. Ansonsten herrsche schnell Unzufriedenheit und der Anteil der auffällig hohen unterforderten Arbeitnehmer werde weiter steigen.

25 Prozent der deutschen Beschäftigten finden, ihr Potenzial ist nicht ausgeschöpft, sie könnten wertvoller für das Unternehmen sein (13 Prozent) oder fühlen sich sogar komplett unterfordert (drei Prozent). Das sind insgesamt 41 Prozent. 2017 waren es erst 17 Prozent. Dabei empfinden sogar 47 Prozent der 18- bis 34-Jährigen, dass ihr Potenzial nicht ausgeschöpft ist, sie wertvoller für das Unternehmen sein könnten oder sie unterfordert sind. “Die Unterforderung unter deutschen Mitarbeitern hat damit in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Zudem betrifft es vor allem die jüngere Generation; also genau jene, die noch mehrere Jahrzehnte Arbeitsleben vor sich hat und die aus Unternehmenssicht besonders gebunden werden sollte”, erklärt Riedel.

Zwar sinkt die Arbeitszufriedenheit im Vergleich zu 2019 (also vor der Pandemie). Überraschend ist jedoch, dass der Rückgang nur sehr gering ausfällt: 2022 gaben zwölf Prozent der Beschäftigten an “eher” bis “vollkommen unzufrieden” zu sein (2019: elf Prozent); 68 Prozent sagten, dass sie “eher” bis “vollkommen zufrieden” mit den Arbeitsbedingungen sind (2019: 72 Prozent). “Angesichts der Vielzahl der Krisen und wesentlich unstetiger Umfeldfaktoren eine erstaunlich stabile Entwicklung”, so Riedel abschließend.

Seit 2016 untersucht Avantgarde Experts die Arbeitszufriedenheit von Arbeitgebern und Mitarbeitern. Die aktuelle, repräsentative Befragung “Arbeitszufriedenheit in Krisenzeiten” wurde im Auftrag von Avantgarde Experts von YouGov unter über 1.000 Personen durchgeführt. Ziel ist es, einen Überblick über die Arbeitszufriedenheit Erwerbstätiger in Deutschland zu bieten. 2022 liegt der Fokus auf der Jobzufriedenheit in Krisenzeiten: Wie verändert sich die Arbeit in Krisenzeiten? Nimmt die Zufriedenheit ab oder zu?

https://www.computerwoche.de/a/fast-jeder-zweite-fuehlt-sich-unterfordert,3553991

Leave a Reply