VMware Explore 2022: Wie VMware helfen will, das Cloud-Chaos zu überwinden

Aus Sicht von VMware CEO Raghu Raghuram kommen Unternehmen bei der Verlagerung ihrer Prozesse in die Cloud nicht schnell genug voran.


Foto: VMware

“IT-Organisationen jeder Größe stehen vor ähnlichen Herausforderungen, wenn sie versuchen, das Innovationstempo zu beschleunigen, eine stärkere Automatisierung voranzutreiben und die Produktivität zu steigern”, sagte VMware-CEO Raghu Raghuram in seiner Keynote zum Auftakt der Anwenderkonferenz VMware Explore, die, anders als in den vergangenen zwei Jahren, in San Francisco vor Ort stattfand. “Die digitale Transformation hängt davon ab, weiter in die Cloud vorzudringen und alles im Unternehmen neu zu gestalten”, so Raghuram – allerdings höre er von CIOs und CEOs, dass das nicht schnell genug geschehe.

“Die Hindernisse sind in der Regel sehr ähnlich, unabhängig von der Branche”, führte Raghuram weiter aus und nannte fehlende Skills, die enormen Dimensionen vorhandener Unternehmensanwendungen, die modernisiert werden müssten sowie fragmentierte Entwicklungs-, Betriebs- und Sicherheitsmodelle. “Alle Ihre Teams erstellen Anwendungen in verschiedenen Clouds im Rechenzentrum und folgen dabei unterschiedlichen Modellen. Es gibt keine konsistente Entwicklererfahrung – das bremst sie aus”, sprach der VMware-Boss sein Publikum an. Fragmentierte Betriebsmodelle behinderten die Teams, gleichzeitig stiegen die Risiken aufgrund ebenfalls fragmentierter Sicherheitsmodelle. “All diese Dinge verlangsamen die Plattformerneuerung.”

Raghuram hatte natürlich auch Lösungen für die skizzierten Probleme parat: Nachdem VMware im Vorjahr über Cross-Cloud-Services gesprochen habe – konzerneigene Technologiedienste und Plattformen, mit denen Unternehmen “Cloud-smart” werden könnten – stünden in diesem Jahr nun einige dieser Produkte bereit, so der 2021 angetretene Nachfolger von Pat Gelsinger. Zu den auf der VMware Explore angekündigten Produktneuheiten gehören VMware vSphere 8, Aria Multi-Cloud-Management-Tools und mit Project Northstar ein SaaS-Bereitstellungsmodell für die Netzwerk- und Sicherheitssoftware NSX.

Das in einer Preview angekündigte Project Northstar soll laut VMware die Art und Weise verändern, wie Unternehmen Netzwerk- und Sicherheitslösungen in einer Multi-Cloud-Welt nutzen. Dazu stellt das Unternehmen Anwendern eine Familie von Multi-Cloud-Netzwerk- und Sicherheitsdiensten bereit, die über ein SaaS-Modell verfügbar sind. Zu den Services gehören Dienste wie Network Detection and Response (NDR), NSX Intelligence, erweiterter Lastausgleich, eine Web Application Firewall sowie Hybrid Cloud Extension (HCX), um Workloads zwischen mehreren lokalen Umgebungen zu verschieben.

VMware bietet mit North Star einen SaaS-Service, der konsistente Richtlinien, Abläufe und Automatisierung in Multi-Cloud-Umgebungen ermöglichen soll.


Foto: VMware

Wie VMware hervorhob, soll der NSX Intelligence Service innerhalb von Northstar eine Echtzeit-Ansicht der Multi-Cloud-Umgebung eines jeden Kunden bieten. “Der NSX Intelligence Service [wird] von einem skalierbaren, von VMware verwalteten Datenspeicher unterstützt, der große Mengen an Datenverkehrsströmen aufnehmen und Empfehlungen für Netzwerk- und Sicherheitsrichtlinien in Multi-Cloud-Implementierungen geben kann”, so Umesh Mahajan, Senior Vice President von NSX, Data Center Product, in einem Blog-Beitrag. Dabei ermöglichten Visualisierungs-Tools eine Echtzeit-Transparenz für Multi-Cloud-Verkehr und -Sicherheit. Die Netzwerkverkehrsanalyse biete zudem Einblicke in Bedrohungen und die Erkennung von Verhaltensanomalien, erklärt der Manager.

Darüber hinaus erlaube der NDR-Service (Network Detection and Response) skalierbare Bedrohungserkennung und -reaktion für Workloads, die in privaten und öffentlichen Clouds bereitgestellt werden, so Mahajan. “Die NDR-Korrelations-Engine analysiert [Intrusion-Detection- und Prevention-Systeme], Malware und anomale Ereignisse auf der Grundlage von Bedrohungskampagnen, was dazu beiträgt, eine Überlastung mit Alarmen zu verhindern und die Prozesse zur Überwachung der Sicherheitsabläufe zu vereinfachen”, schreibt Mahajan.

Aus Sicht von Experten ist Northstar für NSX-Kunden ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Während viele dieser Services für NSX-Kunden heute On-Premises und über die VMware Cloud on AWS gehostet zur Verfügung stehen, ermöglicht es das Projekt Northstar, diese Services in On-Prem-, Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen über ein SaaS-Bereitstellungsmodell anzubieten.

“Northstar vereinfacht den Betrieb von NSX, da die Management-Software als Service bereitgestellt wird”, erklärt Andrew Lerner, Vice President beim Marktforschungsunternehmen Gartner. “Für bestehende VMware-Kunden ermöglicht dies auch ein konsistentes Management von einer einzigen Instanz aus, im Gegensatz zu separaten, unterschiedlichen Konsolen.”

Ebenfalls neu auf der VMware Explore: Version 8 der vSphere-Servervirtualisierungs- und vSAN-Speichervirtualisierungs-Software sowie neue ressourcenbasierte Verbrauchsmodelle, die die Kosten besser auf die Anwendungsanforderungen abstimmen sollen. Im Mittelpunkt von vSphere 8 steht dabei die Unterstützung für Data Processing Units (DPU) – programmierbare Netzwerkgeräte, die CPUs für eine bessere Leistung in softwaredefinierten Cloud-, Compute-, Netzwerk-, Storage- und Sicherheitsdiensten freisetzen.

Wie VMware-CEO Raghuram während seiner Keynote ausführte, war die neue Version zwei Jahre lang in der Entwicklung. Sie werde es Kunden ermöglichen, eine Vielzahl von CPUs, DPUs und GPUs von einer einzigen Compute-Infrastruktur aus zu unterstützen. “vSphere wird die einzige Plattform sein, die es Ihnen ermöglicht, Workloads bereitzustellen und zu verwalten und sie effektiv und sicher auszuführen, unabhängig von der zugrunde liegenden Prozessortechnologie”, behauptete Raghuram. “Damit können Sie nicht nur die heutigen Anwendungen ausführen, sondern auch das nächste Jahrzehnt der KI und des maschinellen Lernens sowie Daten-, Echtzeit- und Telekommunikationsanwendungen und vieles mehr.”

VMware stellte außerdem ein integriertes Paket namens VMware Edge Compute Stack 2 vor, mit dem sich Edge-native Anwendungen über mehrere Clouds hinweg erstellen, ausführen, verwalten, verbinden und sichern lassen. Das Paket baut auf dem bestehenden Edge-Paket von VMware auf und bietet zusätzlich Unterstützung für Funktionen wie Tanzu Kubernetes Grid 2.0. Die Software unterstützt kleinere Cluster-Größen – einen Control Node und einen Work Node – um Container effizienter auf kleinerer, handelsüblicher Hardware auszuführen, so VMware. Außerdem bietet sie Unterstützung für containerisierte Edge-native KI- und ML-Anwendungen.

In Zukunft, so VMware, wird das Edge-Paket über die derzeitige Unterstützung von x86-Prozessoren hinausgehen und ARM-, Atom- und Core-(i3/i5/i7/i9)-Prozessor-basierte Edge-Hardware unterstützen. VMware vSphere 8, VMware vSAN 8 und VMware Edge Compute Stack 2 werden jeweils bis zum 28. Oktober erwartet.

Eine weitere wichtige Veröffentlichung, die auf ein vereinfachtes Multi-Cloud-Management abzielt, ist VMware Aria – “das Herzstück unserer Multi-Cloud-Management-Strategie”, wie Raghuram in seiner Keynote betonte.

Das Aria-Portfolio umfasst eine Reihe von Produkten für das Management von Kosten, Leistung, Konfiguration und Bereitstellung von Infrastruktur und Cloud-nativen Anwendungen. Es wird von VMware Aria Graph unterstützt, einem graphbasierten Datenspeicher, der die Elemente einer Multi-Cloud-Umgebung erfasst. “Wir haben einen Graphen all Ihrer Cloud-Assets erstellt, Ihrer Hunderte oder Tausende von [virtuellen privaten Clouds] und Kubernetes-Clustern und Serverless und On Prem und so weiter und so fort”, formulierte der VMware-Chef. “Mithilfe dieses Graphen können wir alle Arten von Management, Sicherheit und Automatisierung durchführen, an die vorher nicht zu denken war.”

Der Service integriert außerdem zuvor getrennte VMware-Dienste wie vRealize Automation, vRealize Operations, vRealize Network Insight und CloudHealth in eine einzige Konsole, den VMware Aria Hub. Der VMware Aria Hub, der sich derzeit in der Betaphase befindet, bietet zentralisierte Ansichten und Kontrollen und ermöglicht es Kunden, die gesamte Multi-Cloud-Umgebung zu sehen und zu verwalten.

Für den Netzwerkbetrieb soll Aria die Möglichkeit bieten, den reibungslosen Betrieb von Anwendungen zu unterstützen, indem die Ursache von Verzögerungen auf der Grundlage von TCP-Traffic-Latenz und erneuten Übertragungen durch Auslösen von Warnungen auf dem Anwendungs-Dashboard ermittelt wird. Laut VMware wird es auch eine einfachere Möglichkeit geben, das Anwendungsverhalten über verschiedene Geräteanbieter in der Infrastruktur zu vergleichen.

Außerdem gab VMware Aktualisierungen seiner Tanzu Application Platform (TAP) bekannt. Zu den Neuerungen gehören die Unterstützung für die Kubernetes-Orchestrierungsplattform OpenShift von Red Hat, sowie eine Backstage-basierte grafische Benutzeroberfläche mit einer Reihe von Beschleunigern und gemeinsamen Pipelines, die für jede Kubernetes-Plattform angepasst und ausgerichtet werden können. Außerdem unterstützt TAP 1.3 Air-Gap-Installationen für Organisationen, die in stark regulierten Branchen und abgeschotteten Umgebungen tätig sind.

Mit Material von Network World.

https://www.computerwoche.de/a/wie-vmware-hilft-das-cloud-chaos-zu-ueberwinden,3612692

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