RPA Software: Die besten Tools für Robotic Process Automation

Eine Art magische Taste zur Automatisierung langweiliger und repetitiver Aufgaben am Arbeitsplatz – und damit vereinfachte Arbeitsabläufe und mehr Zeit für wichtige Tasks – das ist das Versprechen von Robotic Process Automation (RPA).

Source: RPA Software: Die besten Tools für Robotic Process Automation

RPA integriert auch neue KI-Algorithmen in alte Technologie-Stacks: Viele Plattformen bieten Computer Vision und Machine Learning Tools. Dennoch: RPA ist kein Automatismus, ein beträchtliches Maß an manuellen Eingriffen und Anpassungen ist während des Trainings entsprechender Modelle erforderlich. Noch gibt es einige Tasks, die vorkonfigurierte Bots nicht erledigen können – allerdings werden die Softwareroboter zunehmend intelligenter und ihr Training einfacher.

Der RPA-Markt bietet eine Mischung aus neuen, speziell entwickelten Tools und älteren Werkzeugen, die mit zusätzlichen Automatisierungsfunktionen ausgestattet wurden. Einige Anbieter vermarkten ihre Tools unter dem Begriff “Workflow-Automatisierung” oder “Work Process Management”, andere sprechen von “Geschäftsprozessautomatisierung”. Wir haben die besten RPA Tools für Sie zusammengetragen.

Appian

Nach der Übernahme von Jidoka im Jahr 2020 integrierte Appian deren RPA-Lösung in seine Digital Process Automation Suite und änderte den Namen zu “Appian RPA“. Die integrierte Low-Code-Entwicklungsumgebung (IDE) der Lösung ermöglicht es, schnell benutzerdefinierte Bots zu erstellen. Ein Dashboard trägt dazu bei, alle im Einsatz befindlichen Roboter im Blick zu behalten und unterstützt außerdem bei der Fehlersuche in den Bots, die in der Appian Cloud eingesetzt werden.

  • Wichtigste Features: Java-basierte Bots, die plattformübergreifend funktionieren;
  • Wichtigste Anwendungsfälle: Client- und Compliance-Management;

Automation Anywhere

Der Bot Store von Automation Anywhere bietet eine Sammlung von Tools, die sowohl Standard-Tasks wie Tracking als auch komplexere Prozesse abdecken. Es gibt Bots, um Informationen aus Tabellenkalkulationen, Dateien oder Webseiten zu extrahieren – und solche, die diese Informationen in Datenbanken speichern, etwa um Investitionen nachzuverfolgen oder für die Rechnungsstellung.

Viele der Bots nutzen dazu Schnittstellen wie die Bildanalyse-API von Microsoft Azure. Die Cloud-basierte “Community Edition” von Automation Anywhere steht für kleine Unternehmen mit begrenztem Workflow als kostenloser Service zur Verfügung – Installation und Wartung der RPA Software entfallen in diesem Fall also schon einmal.

  • Wichtigste Features: zuverlässige Methode zur Prozesserkennung; fokussiert die intuitive und automatisierte Nutzung von künstlicher Intelligenz;
  • Wichtigste Anwendungsfälle: Kunden- und User-seitige Tools (eine neue, verbesserte Version des “Resume Screener Bot” kann beispielsweise für Personalabteilungen nützlich sein);

AutomationEdge

Die Bots von AutomationEdge sollen dank einer Mischung aus klassischer API-Interaktion und hochentwickelter KI “Hyperautomation” bieten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Interaktion mit Webseiten, Datenbanken und Excel-Tabellen. Künstliche Intelligenz hilft bei der Verwaltung von Chatbots, die mit Kunden verbunden sind. Viele der Bots im Store sind für bestimmte Branchen oder Unternehmensbereiche vorkonfiguriert – etwa Personalabteilung oder Kundenbetreuung.

Die RPA Software von AutomationEdge steht auch in einer kostenlosen Version zur Verfügung, die in verschiedenen Bereichen einen limitierten Funktionsumfang aufweist – auch einige KI-Optionen sind nicht enthalten. Wer die Software nicht installieren möchte, kann auch auf einen Cloud Service zurückgreifen.

  • Wichtigste Features: Excel-Automatisierung für Tabellenkalkulationen; Integration von Legacy-Systemen wie SAP und anderen Mainframe-Tools;
  • Wichtigste Anwendungsfälle: Chatbot Management; Dokumentenverarbeitung im Front-, Middle- und Back-Office;

Blue Prism

Als eines der ersten RPA-Unternehmen im Jahr 2012 gegründet, setzt Blue Prism auf “intelligente Automatisierung”. Das heißt: Mehr KI, um Skalierungs- und Anpassungsprozesse zu vereinfachen. Der Fokus liegt dabei darauf, das Verhalten der Softwareroboter mit Hilfe von KI und Machine Learning im Zeitverlauf zu optimieren: Jede Aktion der Bots erzeugt statistische Daten, die anschließend dazu verwendet werden können, das System gezielt zu trainieren, beziehungsweise zu verbessern.

Darüber hinaus steht in einer Art digitalen “Börse” eine Vielzahl von Plugins und Add-ons von Drittanbietern zur Verfügung, um die Funktionalitäten zu erweitern.

  • Wichtigste Features: weitläufige KI-Optionen, inklusive Computer Vision und Sentiment-Analyse; die “Decipher”-Funktion in Version 7 bietet mehr Optionen, um Strukturen in gescannten Dokumenten zu erkennen und zu extrahieren;
  • Wichtige Anwendungsfälle: Differenzierung der Customer Experience durch die Integration weiterer Datenquellen; Compliance und Datenintegrität;

Cyclone Robotics

Wenn Sie eine Low-Code-Option suchen, um mehrere Tools in einem zusammenhängenden, automatisierten Workflow zu integrieren, lohnt sich ein Blick auf den “RPA Designer” des chinesischen Unternehmens Cyclone Robotics. Der “KI-Designer” unterstützt in Sachen OCR und maschinelles Lernen und der “Mobile Designer” eignet sich für Workflows auf mobilen Plattformen. Die Bots können entweder lokal oder in der Cloud betrieben werden.

Datamatics

Das Unternehmen bezeichnet seine individuellen Programme als “TruBots”. Erstellt werden die mit dem “TruBot Designer“. Der Prozess läuft dabei denkbar simpel ab – das Gros der Arbeit kann per “Drag & Drop” in einem visuellen Designer erledigt werden. Softwareentwickler können den vom System generierten Code jedoch auch in der Laufzeitumgebung editieren. Koordinieren lassen sich die Datamatics-Bots mit “TruBot Cockpit“.

Der Schwerpunkt liegt bei dieser RPA Software auf der Textverarbeitung mit speziellen Werkzeugen zum Scannen von Bildern (“TruBot OCR”) und zur Auswertung von unstrukturiertem Text (“TruBot Neuro”). Als “Demokratisierung von RPA” bezeichnet Datamatics die “TruBot Personal”-Applikation, die auf dem eigenen Rechner installiert wird, um persönlichere Aufgaben zu erledigen.

  • Wichtigste Features: Integration mit KI für OCR und Sprachanalyse; Mainframe-Integration; Desktop-Version verfügbar;
  • Wichtigste Anwendungsfälle: Chatbot- und Callcenter-Support; Desktop-Automatisierung;
  1. Edwin Klimkeit, Automation Anywhere
    „Eigentlich ist RPA schon relativ alt, aber das Thema Mitarbeiterabbau durch RPA taucht nach wie vor beim Kunden auf. Man muss es von der positiven Seite betrachten, denn ein Bot befreit von den repetitiven Aufgaben, und man kann sich endlich mit den Themen beschäftigen, die für einen selbst oder das Unternehmen wichtig sind. Die Angst und das Buzzword ,Jobkiller‘ sollte man eliminieren. Besser ist es zu sagen: Der digitale Assistent hilft mir dabei, meine Aufgaben fürs Unternehmen nach meinen Talenten entsprechend gewinnbringend einzubringen. Aber das ist ein kulturelles Thema.“
  2. Dr. Michael Hagen, blueprism
    „Skalierung kann nicht erreicht werden, wenn ich zwei Bots implementiere und sage: Ja, das läuft. Man muss sagen: Ja, das läuft richtig gut, und jetzt lasst uns mal richtig groß denken! Wie kann ich mich im Rahmen der Digitalisierungsstrategie neu aufstellen? Damit sich aber nicht jeder einzelne Bots herunterlädt und sich der Wildwuchs nicht mehr kontrollieren lässt, braucht es eine Plattform, die Themen wie Governance, Security und Compliance berücksichtigt. Zudem muss sie so dynamisch sein, dass der Fachbereich noch agieren kann.“
  3. Stefan Burghardt, Capgemini Invent
    „Man muss einen Prozess für RPA nicht unbedingt optimieren. Wenn man jahrelang nicht optimiert hat, dann wird es auch in einer laufenden RPA-Initiative nicht passieren. Natürlich sollte man sich immer überlegen, ob eine Optimierung sinnvoll ist. Die Antwort sollte aber nicht heißen: Ja, wir brauchen allerdings ein halbes Jahr dafür. Denn: Ein Bot ist innerhalb weniger Wochen implementiert und bringt sofort einen Mehrwert für den Fachbereich, auch wenn der Prozess nicht optimal ist. Während der Bot läuft, kann man immer noch überlegen, wie man den Prozess verbessern kann.“
  4. Abel Tesfaledet, Celonis
    „Jedes Unternehmen hat das Ziel, Produkte, Leistungen und den Umsatz zu optimieren. RPA kann den Mitarbeitern Routineaufgaben abnehmen oder erleichtern, sodass sie sich auf die kreativen und Mehrwert generierenden Aspekte ihrer Arbeit konzentrieren und ihr Potenzial stärker entfalten können. Das führt dann auch zu Effizienzsteigerung und schlankeren Prozessen. Voraussetzung für einen derartigen, erfolgreichen Einsatz von RPA ist aber, dass Unternehmen die Mitarbeiter rechtzeitig ‚mitnehmen‘ und ihnen vermitteln, dass Software und Bots sie bei der Zielerreichung unterstützen können.“
  5. Constantin Wehmschulte, Mehrwerk
    „Durch den Hybridweg, Low Code und den Einfluss des Anwenders ist die Angst vor RPA geringer geworden. Der Schlüssel liegt aber in der Organisation: Wie stelle ich sicher, dass das Ganze langfristig Erfolg hat? Wie gelange ich von einem Inselbot hin zu einer End-to-End-Plattform inklusive Process Mining und hole dabei noch die Fachabteilungen entsprechend ab? Doch kann die verfügbare Technologie auch sicherstellen, dass die IT im Rahmen eines Center of Excellence die Rolle hat, die Plattform zu betreiben, der Fachbereich aber die Möglichkeit hat, selbst zu agieren? Denn dorthin muss es in Zukunft gehen.“
  6. Dr. Gregor Scheithauer, metafinanz
    „Der Erfolg von RPA-Projekten ist sicherlich keine Frage der Technologie. Wir beobachten, dass sich vor allem die weiter um sich greifenden agilen Arbeitsweisen auch im Konzernumfeld bewähren. Mit kleinen, flexiblen und gemischten Teams lassen sich die Anforderungen aus den Fachbereichen schnell umsetzen, Anpassungen können zeitnah berücksichtigt werden. Gerade diese enge Zusammenarbeit zwischen Business und IT sowie das Aufbrechen alter Silos sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für RPA.“
  7. Oliver Ehrmann, MicroFocus
    „Auf der einen Seite ist RPA ein großer Hype, auf der anderen Seite ist bei vielen schon ein Stück weit die Ernüchterung eingetreten. Viele Unternehmen scheitern daran, weil sie die klassischen Fehler gemacht haben wie auch schon bei Automationsvorhaben in der IT: Es wird einfach ein Tool installiert, und schon macht man RPA. Doch ohne gute Use-Cases oder ein Center of Excellence zu haben, das die Ideen zu Use-Cases bündelt, bewertet, priorisiert und dann Schritt für Schritt automatisiert, stellen sich die gewünschten Erfolge nicht ein. Und schon wird RPA wieder infrage gestellt.“
  8. Cosima von Kries, Nintex Deutschland
    „Der Bot kommt aus der digitalen Welt und greift demnach auch in seine eigene und nicht in die Welt von uns Menschen ein. Er hilft uns nur dabei, das verständlich zu machen, was auf einem Arbeitsplatz vorgeht: Da gibt es Prozesse, die sehr lange brauchen, Daten, die nicht verstanden werden, und Fehlerquellen. Auch der Mensch macht Fehler, weil er total damit überfordert ist, diese Datentapeten in eine Struktur zu bringen. RPA unterstützt an der Stelle, aber es müssen alle Mitarbeiter mitgenommen werden, weil es eine Lücke zwischen den Generationen gibt.“
  9. Stefano Monti, Signavio
    „Neue Technologien, wie zum Beispiel RPA, können maßgeblich zum Geschäftserfolg beitragen. Doch die damit verbundene Komplexität sollten Unternehmen nicht unterschätzen. Um Automatisierungsprojekte erfolgreich zu skalieren, ist es daher grundlegend, zuerst die eigenen Prozesse genau zu verstehen und zu optimieren. Erst dann ist eine weitere Automatisierung nachhaltig und sinnvoll.“
  10. Walter Obermeier, UiPath
    „Wie hoch die Einsparungen von RPA sind und ob es wirklich ein Jobkiller ist, ist eine Frage der Betrachtung: Automatisiere ich einen hochtransaktionalen Prozess, dann ist die Einsparung für diesen einen Prozess 90 Prozent, und von zehn Mitarbeitern wird sich ein Mitarbeiter verändern müssen. Erweitere ich das RPA-Bild dagegen und betrachte es als Automatisierungsstrategie über das gesamte Unternehmen hinweg, dann ist da ein ganz anderer Hebel dran. Wir sprechen dann gleich einmal von zwölf Prozent – und zwar zwölf Prozent des gesamten Unternehmenseinsparungspotenzials, nicht nur eines einzelnen Prozesses. Ja, auch dann werden sich Mitarbeiter verändern müssen, aber es ist nicht zu vereinheitlichen, es werden auf der anderen Seite auch Jobs entstehen.“

EdgeVerve Systems

Durch die Integration mit wichtigen Datenquellen und Benutzer-Tracking unterstützt “AssistEdge RPA” beim Aufbau einer Datenverarbeitungsinfrastruktur. Für die Automatisierung repetitiver Orchestrierungsaufgaben bei Altsystemen können Callcenter und Kunden-Support auf “AssistEdge Engage” zurückgreifen.

Wo möglich, stützt sich die Software von EdgeVerve auf KI, um kontextbezogen zu helfen und eingehende Daten zu verarbeiten. Das Computer-Vision-System bietet beispielsweise OCR, um Formulare schneller zu bearbeiten. EdgeVerve Systems arbeitet darüber hinaus eng mit der Banking Software Infosys Finacle zusammen. Die RPA Software steht auch in einer quelloffenen “Community Edition” zur Verfügung.

  • Wichtigste Features: Open Source “Community Edition”; KI-Integration für kontextbezogene und visuelle Verarbeitung;
  • Wichtigste Anwendungsfälle: Finanztransaktionen; digitale Agenten; industrielle Fertigung;

HelpSystems

Die RPA Tools von HelpSystems bewältigen eine Reihe von Business Tasks – egal, ob es darum geht, Anfragen zu beantworten oder Reports zu erstellen. Das Kernwerkzeug ist ein Desktop Automation Tool, dass per Scraping Datenquellen anzapfen und mit entfernten Webanwendungen und lokaler Software interagieren kann, indem es Ereignisse in der Windows-GUI simuliert.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Reporting mit Microsoft Office Tools – sowohl in Textform als auch grafisch. Für größere Aufgaben, die sich über mehrere Desktops erstrecken, lässt sich die Lösung mit “Automate Plus” und “Automate Ultimate” skalieren. Die RPA Software von HelpSystems verfügt über integrierte Sicherheits- und Audit-Funktionen, die Führungskräften in der Post-Entwicklungsphase unterstützen.

IBM

Big Blue bietet eine breite Palette von Optionen, um Routineaufgaben zu automatisieren. Diese sind in separate Produkte unterteilt, die unter dem Dach von “IBM Cloud Pak for Business Automation” gebündelt sind.

Informationen werden über “IBM Data Capture” in die Pipeline eingespeist, durchlaufen die von “Business Automation Workflow” definierten Pfade und bekommen schließlich vom “IBM Operational Decision Manager” ihren finalen Speicherort zugewiesen. Teams können die Workflows iterieren und hypothetische Strategien mit IBMs “Processing Mining“-Werkzeugen erkunden. Die RPA Software läuft wahlweise lokal oder in der IBM Cloud.

  • Wichtigste Features: umfassende Erfahrungswerte mit Unternehmens-Workflows; Integration mit vielen Mainframes;
  • Wichtigste Anwendungsfälle: Datenerfassung; wissenschaftliches Prozessmanagement; Automatisierung von Geschäftsentscheidungen;

Kofax

Aus dem Hause ImageTech Systems kommt die RPA-Lösung Kofax, die eine Reihe von Bots beinhaltet, die Daten aus Standarddateitypen (Excel, JSON, CSV, E-Mail etc.) extrahieren und verarbeiten können. Eine bemerkenswerte Funktion ist dabei “Robotic Synthetic API”, eine Anspielung auf die traditionelle Programmierarbeit. Die Bots verstehen Befehle, die in Java, Python oder einer anderen Programmiersprache geschrieben sind, was die Interaktion zwischen Ihrem bestehenden IT-Stack und der RPA Software erleichtert.

Die Bots können auch in kleinere Tools – sogenannte Kapow Kapplets – unterteilt werden, um bestimmte Aufgaben lokal zu erledigen. Das Verhalten der Softwareroboter wird per Analytics getrackt und fließt in ein Dashboard, um Bot-Pannen erkennen und verhindern zu können.

  • Wichtigste Features: Integration mit Enterprise Content Management Tools; Microapps-Plattform für vereinfachtes Deployment;
  • Wichtigste Anwendungsfälle: Verwaltung von Content-Sammlungen; Integration von Datenpipelines;

Kryon

Die RPA Software von Kryon Systems besteht aus zwei Teilen: Der erste “entdeckt” den Prozess, indem er im Hintergrund still und leise alles aufzeichnet, was auf den Desktops der Mitarbeiter läuft (einige Anwendungen und Websites können aus Datenschutzgründen ausgeschlossen werden). Die so erhaltenen “Spuren” können dann mit “Kryon Studio” bearbeitet werden, um entsprechende Aktionen abstimmen zu können.

Der resultierende Programmcode kann entweder vollständig als Assistent für menschliche Fachkräfte automatisiert werden oder arbeitet in einer Zwischenform. Die RPA Tools von Kryon nutzen auch künstliche Intelligenz, wenn es darum geht, Zahlen und Buchstaben aus Bildern zu extrahieren oder Machine-Learning-Algorithmen zu erstellen, die den Prozess im Laufe der Zeit optimieren. Die Integration von Erkennung, Analyse und Bereitstellung bezeichnet Kryon als “Full Cycle Automation”.

Laiye

Eine weitere aufstrebende RPA-Plattform aus China ist Laiye, die sich in erster Linie an Einzelhandelsunternehmen und andere Firmen richtet, die mit komplexen Kundenanforderungen umgehen müssen. Die RPA Software integriert einen Chatbot und intelligente Dokumentenverarbeitung zu einer Automatisierungslösung.

  1. Roman Schäfer, Blue Reply
    Das Wort „Übergangstechnologie“ klingt arg negativ. Irgendwie ist doch alles eine Übergangstechnologie. Nach SAP R3 kommt S4 HANA, nach Windows 7 kommt Windows 10, da spricht niemand von Übergangstechnologien. Ich spreche daher lieber von Release-Zyklen.
  2. Andreas Zehent, Deloitte
    Die flächendeckende Technologiekompetenz fehlt noch immer in den meisten Unternehmen, da bei Einstellungsverfahren in Fachabteilungen noch zu wenig Wert darauf gelegt wird. In vielen Abteilungen vieler Unternehmen können Sie außerhalb der IT die Leute, die zumindest die nötigen Grundkenntnisse mitbringen, an den Fingern einer Hand abzählen.
  3. Dr. Rami-Habib Eid-Sabbagh, Lana Labs
    Das Schöne an RPA ist doch: Die Technologien sind heute einfach zu nutzen. Durch diesen Vorteil sinkt die Hemmschwelle zur Modernisierung, und neue Türen werden aufgestoßen – mit Machine Learning und Process Mining werden in Zukunft automatisch gezielt smarte Bots gebaut werden können.
  4. Jan Wunschick, Lufthansa Industry Solutions
    Viele Firmen machen immer wieder den gleichen Fehler, sehr viele starre Prozesse zu implementieren, vor allem im Bereich der IT-Sicherheit. Der Aufwand, die Legacy-Architektur umzubauen, steigt auf diese Weise exponentiell. Gerade hier sind Plattformansätze hochspannend, weil sie den Aufwand deutlich reduzieren und viele Einsparmöglichkeiten bieten.
  5. Alexander Steiner, meta:proc
    Gerade wenn nach günstigen und schnell umzusetzenden Lösungen gesucht wird, verspricht eine RPA schnelle Wertschöpfung. Doch eigentlich ist sie nur eine Übergangstechnologie, und zwar bis zu dem Punkt, an dem eine Schnittstellentechnologie besser passt.
  6. Timo Nolle, PAFnow
    KI und Machine Learning können das Process Mining entscheidend voranbringen. Das automatische Auffinden von Anomalien in Unternehmensprozessen ist zum Beispiel ein interessantes Szenario. Dieser Ansatz geht über die heutigen Möglichkeiten von RPA hinaus, da so nicht mehr nur Prozessbilder erstellt werden, sondern automatisch Learnings gezogen werden können.
  7. Jörg Richter, Pegasystems
    Kunden kommen häufig mit großen Ambitionen. Doch nach der Implementierung einer Technologie kommt es oft vor, dass der Betrieb stockt und die Lösung unproduktiv wird. RPA ist im Endeffekt eine Lösung, die dazu dient, die Legacy zu verwalten. Unbedingt vermeiden sollte man einen Wildwuchs an Bots: Wir raten unseren Kunden daher, für sich die Frage zu beantworten, wie für sie am Ende die ideale Lösung aussehen soll, und dann danach zu handeln.
  8. Julian Beckers, Weissenberg Business Consulting
    Erfolgreiches RPA ist für mich, wenn wir eine funktionierende, verständliche und portionierbare Lösung vorlegen können, die für sich funktioniert. Auf CIO-Ebene muss immer alles gleich in große Gesamtlösungen integriert sein und reibungslos darin aufgehen. Die Realität sieht aber häufig anders aus. Wir unterliegen im Alltag natürlich vielen technologischen Beschränkungen und müssen mit dem arbeiten, was wir haben.

Microsoft

Power Automate” ist Bestandteil von Microsofts Power-Plattform, die Unternehmen dabei unterstützt, Apps, virtuelle Agenten und Business-Intelligence-Reportings zu erstellen. Das Desktop-Werkzeug fokussiert die Automatisierung gängiger Prozesse in Windows 10.

Die benutzerfreundliche Oberfläche ermöglicht es jedem Benutzer, seine individuellen Arbeitsabläufe nachzuverfolgen und diese in eine automatisierte, editierbare Routine umzuwandeln. Microsoft klassifiziert Prozesse dabei als “attended” oder “unattended”. Erstere können dem Benutzer dabei helfen, seine Arbeit zu beschleunigen, letztere bauen Bots, die im Hintergrund laufen. Mit dem Tool “Power Advisor” können darüber hinaus Statistiken über die Performance erfasst werden, um mögliche Engpässe oder andere Probleme zu erkennen.

  • Wichtigste Features: fokussiert auf Windows 10;
  • Wichtigste Anwendungsfälle: umfassende, unternehmensweite Einsatzmöglichkeiten;

NICE

Die Softwarebots von NICE sind darauf konzipiert, als Assistenten für menschliche Fachkräfte oder – falls sie kompetent genug sind – als unbeaufsichtigte Backoffice Tools eingesetzt zu werden. Den Assistenten “NEVA” preist das Unternehmen als “Arbeitskräftemultiplikator” für alle problemgeplagten Kundendienstmitarbeiter an.

Der “Scene Composer” für den “Real-Time Designer” verfolgt Klicks und Tastatureingaben auf Webseiten. Über Konnektoren zu Standard-Backoffice-Quellen wie SAP, Siebel und .Net-Servern können Daten aus anderen Quellen erfasst werden.

Nintex

Die RPA-Bot-Sammlung von Nintex bietet für dokumentenlastige Prozesse, die möglicherweise Signaturen erfordern, eine engere Integration mit Office365, Salesforce und Adobe-Tools. Dabei sollen die Benutzer das Gefühl haben, mit echtem Papier zu arbeiten, während alles digital abläuft und per Tool verwaltet wird. Nintex nennt das “logikgesteuerte Dokumente”.

Wenn Sie keine Dokumente erstellen müssen, können Sie auch Standarddatenquellen automatisieren. Nintex hat darüber hinaus etliche Produkte für Prozess-Mapping und -optimierung im Angebot.

NTT-AT

WinActor von NTT-AT wurde entwickelt, um Windows-Nutzern Zeit zu sparen, indem es die häufigsten Arbeitsschritte automatisiert. Die RPA-Lösung lässt sich in die wichtigsten Microsoft Tools (Office 2010 bis 2016) integrieren, um anspruchsvolle Workflows zu erstellen.

Dazu werden die Aktionen menschlicher Nutzer aufgezeichnet und anschließend in Szenarien umgewandelt. Diese können die Benutzer auslösen, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt, etwa eine E-Mail eingeht. Mit wenigen Klicks lässt sich so beispielsweise eine neue Informationsanfrage in einen qualifizierten Lead für die Sales-Datenbank verwandeln.

Pegasystems

Eine Vielzahl von Tools, die die Integration und Verarbeitung für Unternehmen beschleunigen, bietet Pega. Dazu gehören etwa KI-Classifier, ChatbotsDevOps Support Tools und “reine” Robotic Process Automation.

Der erste Schritt hin zur echten Automatisierung erfolgt mit dem KI-gesteuerten “Workforce Tracking” Tool. Dieser Bot wird auf den Desktops der Mitarcesscbeiter installiert, um deren Workflows zu ermitteln. Dabei werden mögliche Engpässe in der Backend-Verarbeitung aufgedeckt, die automatisiert werden können. Pegasystems bietet auch Low-Code-Lösungen im Bereich Business Process Management an.

  • Wichtigste Features: vollständige Integration mit einer Reihe von Unternehmens-Tools, um die Datenverarbeitung aufzubauen, auszurollen und zu automatisieren;
  • Wichtigste Anwendungsfälle: Compliance Management; Integration;

Samsung SDS

Das Brity-RPA-Angebot von Samsung SDS ist in drei Teile gegliedert: Der Designer bietet Drag-and-Drop-Flowcharting für Desktop- und Unternehmens-Backend-Legacy-Dienste über eine Vielzahl von Konnektoren. Der Orchestrator plant die verschiedenen Jobs und führt sie zu vordefinierten Zeiten oder als Reaktion auf Ereignisse aus. Dabei startet er virtuelle Maschinen neu und simuliert alle Ereignisse, die auch eine menschliche Fachkraft initiieren würde. Samsung integriert auch eine Vielzahl von KI-Routinen (ML, NLP, visuell und analytisch) und hat vor kurzem auch Smart Contracts und eine Blockchain angekündigt.

  • Wichtigste Features: Prozessoptimierung durch Automatisierung; Blockchain-Integration sorgt für mehr Sicherheit;
  • Wichtige Anwendungsfälle: Zeitersparnis und Qualitätsverbesserung bei unternehmensbezogenen Aufgaben;
  1. Matthias Noch, Atos
    “Vor allem im öffentlichen Sektor half eine schnelle Einführung von RPA dabei, Aufgaben im Kontext der Corona-Krise besser zu bewältigen, ohne die IT fundamental zu verändern. Das ist vor allem bei jahrelang gewachsenen Legacy-Systemen ein wichtiger Faktor. Attended RPA ist ein guter Einstieg. Spätestens wenn dann das Thema Lizenzen zur Sprache kommt, folgt der Shift zu Unattended RPA.”
  2. Ricardo Ullbrich, Blue Prism
    “Speziell die Skalierung von bestehenden Automatisierungen stellt Unternehmen immer noch vor Herausforderungen. Um den Administrationsaufwand so gering möglich zu halten, bietet es sich an, wieder verwendbare Bausteine zu verwenden. So kann die Effizienz maximal gesteigert werden.”
  3. Roman Schäfer, Blue Reply
    “Aus einer Data-Management-Perspektive ist RPA ein interessantes Werkzeug, weil es einen Paradigmenwechsel ermöglicht: Gerade entstehen immer mehr Projekte, in denen mittels RPA verschlankte ETL-Prozesse realisiert werden. Data Management rückt so näher an die Fachabteilungen heran, wovon das gesamte Unternehmen profitieren kann. Generell entfaltet RPA besonders in Kombination mit anderen Technologien seine Vorteile.”
  4. Johannes Weis, Celonis
    “RPA ist kein Allheilmittel und dient aktuell in vielen Unternehmen eher als Überbrückung. Die Automatisierung nicht optimaler Prozesse ist nicht zielführend. Der Ansatz unseres Execution Management Systems ist die Optimierung der Prozesse und die anschließende Automatisierung in derselben Plattform.”
  5. Kerim Cekel, CGI
    “Die Entscheidung pro oder contra RPA darf nicht technologiegetrieben sein, sondern muss prozessgetrieben erfolgen. Die schrittweise Einführung lässt sich gut realisieren. Die Einfachheit von RPA führt zu einem schnellen Verständnis und dadurch zu einer Akzeptanz bei allen involvierten Parteien. Dadurch lässt sich für Unternehmen ein nachhaltiger Erfolg erzielen und die Vorteile von LEAN und Kundenzentrierung zügig wahrnehmen. Dadurch ist RPA relativ leicht zu erklären und kann so langfristig im Unternehmen Fuß fassen.”
  6. Jan Wunschick, Lufthansa Industry Solutions
    “Corona hat dazu geführt, dass viele analoge Prozesse überhaupt erst digitalisiert wurden. Dadurch wurden überhaupt erst die Voraussetzungen geschaffen, um Automatisierung zu realisieren. Ich beobachte immer wieder organisatorische Konstellationen, in denen ein Center of Excellence nicht funktionieren würde – zum Beispiel, wenn es zu spezifisch für einen Bereich wie RPA definiert wurde: Wenn Sie selbst ein Hammer sind, dann wird jedes Problem zum Nagel. Sinnvoller wäre es, ein COE für das gesamte Thema Automatisierung aufzubauen statt für das „Nischenthema“ RPA.”
  7. Stephan Leininger, Microsoft
    “Bei der Automatisierung von Prozessen dominieren vor allem Low- bzw. No-Code-Anwendungen. Außerdem ist Schnelligkeit oft wichtiger als Komplexität. Durch den einfachen Aufbau lassen sich die Fachbereiche von Anfang an eng in die Prozesse einbinden. RPA ist alles andere als ein Allheilmittel: Es gibt einige isolierte Bereiche, in denen der Einsatz sinnvoll ist und auf die sich Unternehmen fokussieren sollten.”
  8. Gerrit de Veer, Signavio
    “Ist Automatisierung zu oft ein Selbstzweck oder sorgt man dadurch wirklich für spürbare Verbesserungen? Diese Frage muss man bei der Einführung von RPA immer stellen. Am Ende zählt nur der Prozess. Der Kunde interessiert sich nur dafür, ob ein Problem gelöst wurde und nicht, wie viele Agents dabei beteiligt waren.”
  9. Julian Beckers, Weissenberg Group
    “Mit Blick auf den Reifegrad muss man konstatieren, dass es abseits der Dax-30-Unternehmen noch deutlichen Nachholbedarf gibt. Das liegt auch daran, dass „der Mittelstand“ mit all seinen Besonderheiten ein typisch deutsches Phänomen ist, das in den Sales Workshops der großen US-Anbieter nicht auftaucht. Hieraus erwächst der Auftrag, sich als Hersteller besser mit den Spezifika dieser Unternehmensklasse auseinanderzusetzen. Bots werden von vielen leider zu oft als Mittel gesehen, um kurzfristig ihre IT-Karriere zu pushen. Wer an langfristigen Verbesserungen interessiert ist, wählt andere Ansätze.”
  10. Annette Maier, UiPath
    “Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland stuft RPA bereits als Schlüsseltechnologie ein . Vor allem ihre Mitarbeiter erkennen inzwischen die Vorteile und Möglichkeiten, die diese Technologie mit sich bringt; sie sehen in ihr nicht länger eine Gefahr für ihren Arbeitsplatz. RPA beziehungsweise Automatisierung ist einer der Treiber der Digitalen Transformation und bringt diese erst richtig in Fahrt. Denn Software-Roboter helfen Unternehmen dabei sich schneller und intelligenter anzupassen, ihre Produktivität zu steigern und kreativer zu arbeiten. Zwar wird diese Technologie einige Berufsbilder langfristig verändern, allerdings stehen dem bereits jetzt viele spannende Zukunftsberufe gegenüber – vom RPA-Entwickler über alle möglichen CoE-Rollen bis hin zum Chief Automation Officer.”

Servicetrace

Die RPA Software von Servicetrace heißt “XceleratorOne” (auch bekannt als X1) und verbindet KI und maschinelles Lernen mit einem BPM-Backbone. Das “Design Studio” bietet assistentengesteuerte Lösungen im Drag-and-Drop-Verfahren und den “Process Recorder” zur Erfassung repetitiver Aufgaben.

Wenn die Ergebnisse bereitgestellt werden, sorgt die vertikale Skalierung des Systems dafür, dass mehrere Bots gleichzeitig laufen können. Servicetrace wurde vom Salesforce-Unternehmen Mulesoft übernommen, um seine Position im Bereich RPA zu stärken. Mulesoft hat sich bisher auf den Support von Schnittstellen fokussiert.

  • Wichtigste Features: KI-basierte OCR; Übernahme durch Mulesoft wird die Integration mit API-basierten Workflows verstärken;
  • Wichtige Anwendungsfälle: Bankensektor, Versorgungsunternehmen und andere Branchen mit starkem Compliance-Fokus;

UiPath

Eine umfassende Tool-Sammlung, um Workflows zu erkennen und in autonome (und optimierbare) Prozesse zu transformieren, bietet auch UiPath. Gesteuert werden die Bots von einem Orchestrator, der sie als Reaktion auf bestimmte Ereignisse auslöst. Dabei nutzt die RPA Software von UiPath auch künstliche Intelligenz und Computer Vision, um Informationen aus Bildern zu extrahieren. Dabei liegt der Schwerpunkt oft auf OCR, um Buchstaben und Zahlen in eine maschinenlesbare Form zu verwandeln.

  • Wichtigste Features: offene Umgebung ermöglicht die Integration von VB.Net-, C#-, Python- und Java-Code;
  • Wichtigste Anwendungsfälle: Integration mit Legacy-Stack-Lösungen; Transaktionsverarbeitung;

WorkFusion

Die RPA-Bots von WorkFusion lernen ihre Aufgaben auf Windows-Rechnern und gehen dann auf einem Windows-Server mit einer Mischung aus Wiederholung, OCR und etwas KI an die Arbeit. Die Architektur ist auf gängige Herausforderungen wie Geldwäscheprävention, Klärung von Versicherungsansprüchen oder Bankdienstleistungen abgestimmt.

Das Unternehmen bietet auch den kostenlosen “RPA Express Starter” an. Dabei handelt es sich um Bot der auf lokaler Ebene ausgeführt wird – die anspruchsvolleren Funktionen wie Machine Learning bleiben den Bezahlversionen vorbehalten. Dennoch eignet sich das Gratis-Angebot zum Experimentieren.

Open Source

Die Tech-Riesen bieten in der Regel proprietäre Tools an – obwohl Community-Editionen mit eingeschränkter Funktionalität üblich sind. Open-Source-Prozesse sind hingegen weniger verbreitet, obwohl sich viele der einfacheren Tasks durch die Kombination verschiedener Open-Source-Projekte lösen ließen.

In Zusammenhang mit Robotic Process Automation bedeutet Open Source vor allem, dass Sie in der Regel deutlich mehr Arbeit leisten müssen, um die Tools zu trainieren. Wenn Sie das nicht abschrecken kann, stehen Ihnen mit den quelloffenen RPA-Softwarelösungen Puppeteer und Selenium interessante Optionen zur Verfügung.

Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel unserer US-Schwesterpublikation CIO.com.

Leave a Reply